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Monats-Archive: Februar 2008

Eine spannende Geschichte, und nach dem FETA-Käse Verbot 2005/2007 eine weitere Niederlage für deutsche Käsehersteller. Ich möchte aber sagen, dass dies viele Käseliebhaber befürworten.

Um was geht es: Das EuGH (Europäischer Gerichtshof) erklärte, dass der Beriff Parmesan als Anspielung auf die geschützte Ursprungsbezeichnung Parmigiano Reggiano anzusehen ist. Daher darf nur der Hartkäse Parmesan genannt werden und in  Verkehr gebracht werden, der in der norditalienischen Region um Parma und Bologna nach einem traditionellen Verfahren hergestellt wurde.

Diese italienischen Hersteller haben detaillierte Regelungen einzuhalten, wie das Futter der Milchproduzenten und die Mindest-Reifezeit von 12 Monaten. In Deutschland sollen jährlich 8 bis 10 Tausend Tonnen "Parmesan" hergestellt worden sein. Dass sich der Verband der Parmigiano Reggiano Hersteller über dieses Urteil freut, dürfte verständlich sein. Allerdings sagte das höchste europäische Gericht auch, dass die EU-Mitgliedsstaaten nicht verpflichtet seien, von Amts wegen die möglichen Verletzungen des Siegels " Geschützte Ursprungsbezeichnung" zu ahnden. Diese Aufgabe käme dann den italienischen Behörden zu.

                                            italien parmiggiano reggiano

Eines dürfte für den informierten Verbraucher klar sein, hier beim Parmesan wie auch beim Feta geht es irgendwie um eine Art Vortäuschung von falschen Tatsachen. Der getäuschte Einkäufer, der einen original Parmesan will, sollte auch einen original Parmesan erhalten, denn dafür hat er ja auch sein Geld ausgegeben. Das Urteil sagt ja nicht aus, dass der deutsche Hartkäse nach "Parmesanart" in der Qualität besser oder schlechter ist.

Ich finde, die Parmesan-Story hier gut zusammengefasst, mit etwas Hintergrund zum Nachdenken!

Parmesan-Story

 

Der Feta ist ursprünglich ein griechischer Schafkäse (ev. auch Ziegenkäse) der in einer Salzlake reift, daher ein Salzlakenkäse.

Bis zum 15.10.2007 wurde unter einem "Feta-Käse" häufig auch ein ähnlich dem Fetakäse aussehender und geschmacksähnlicher Käse verstanden, der größtenteils aus Kuhmilch produziert wurde. Mit dem EU-Entscheid  darf nun seid dem obigen Datum nur noch direkt in Griechenland hergestellter weißer Käse aus Schafmilch  und/oder Ziegenmilch, der in Salzlake gereift wurde, und der auf dem griechischen Festland oder der Insel Lesbos produziert wurde, den Namen FETA führen.

Deutschland und Dänemark hatten auf die erste Veröffentlichung 2002 dagegen Einspruch erhoben. In Deutschland wurde der Begriff Feta oft synonym für Schafkäse und/oder Salzlakenkäse verwandt.

Rechtlich ist nun die Angelegenheit gelöst, da der FETA nun ein geschützter Begriff ist. Nun soll und kann der Verbraucher genauer hinschauen, was im vorgesetzt wird. Einfacher ist es beim Einkauf in einer Verpackung, da kann man sich die Inhaltsstoffe anschauen. Weniger einfach ist es bei Geschäften, wenn der Feta oder ähnliches in der Salzlake liegt, oder, wenn man im Restaurant sich einen griechischen Salat bestellt. Man achte auf Namen wie Käse nach Feta-Art, Balkankäse, Käse nach Balkanart oder weißer Käse. Irreführend wäre in Gaststätten etc. mit Schafskäse oder mit griechischer Käse zu "werben", und es ist doch ein Kuhmilchkäse. Der Begriff Salzlakenkäse klingt ja nicht so schmackhaft.

Wie immer ist es halt eine Frage des Preises. Wer also einen echten Feta bezahlt, der sollte auch einen echten Feta bekommen! Auch für Kuhmilchallergiker ist dies der Schritt in die richtige Richtung.